Von Kopf bis Fuß durchgecheckt!

Ich hab ja versprochen, über meine Untersuchung im Rahmen der NaKo zu berichten.

http://nako.de/

Nationale Kohorte – da denkt jeder eher an Asterix als an eine Studie zur Volksgesundheit. Aber Kohorte ist in Wissenschaftskreisen nunmal ein gängiger Begriff. Trotzdem – die Namensgebung ist unglücklich, was auch die Forscher inzwischen erkannt haben – deswegen wird öffentlich fast nur noch die Kurzform NaKo verwendet.

Gestern war ich nun „dran“ – und hatte mich für alle Fälle mit Lesestoff eingedeckt – ich war sicher, daß ich viel Wartezeit einplanen muß – schließlich hatte man mir geschrieben, daß ich 6 Stunden veranschlagen muß.

Ich kam pünktlich an, hatte meinen Impfpaß dabei, Kassenkärtchen, Fragebogen ausgefüllt (Wohnsitze, Arbeitsplätze seit 2000 – man möchte den Einfluß von Wohngegend und Beruf auf die Gesundheit auch untersuchen).

Für jeden wird ein Folder erstellt, samt Laufzettel für die Untersuchungen und ein Bogen mit Barcode-Klebestreifen liegt drin – damit wird der Untersuchungsbogen jeder Untersuchung und die Probenbehälter als erstes markiert. Erst dann beinnt die jeweilige Untersuchung.

Im Rahmen der Untersuchung werden „Bioproben“ genommen, untersucht und aufbewahrt – für die Stuhlprobe bekommt man vorab ein Testkit zugeschickt, da sind Röhrchen für die Stuhlprobe drin, Handschuhe, Spatel, Tüte und Karton zur Aufbewahrung. Das soll man „zeitnah“ vorab entnehmen und mitbringen (wem das eklig ist – man darf jederzeit jede Untersuchung ablehnen – niemand muß etwas, was er nicht will). Blutprobe, Urinprobe, Speichelprobe und Nasenabstrich wird vor Ort im Labor entnommen.

Die Begrüßung war schonmal sehr sehr freundlich. Nach Aufnahme der wichtigsten Daten wurde ich von der Mitarbeiterin zur ersten Station gebracht. Ein Touch-Screen, an dem allgemeine Fragen und Fragen zur Stimmung gestellt wurden (es gibt noch mehrere Module am Touchscreen, unter anderem Ernährung an einem Tag und über 12 Monate). Der Fragebogen kann jederzeit unterbrochen werden – was auch passiert – denn sowie ein Untersuchungsraum frei wird, wird man von einem Mitarbeiter abgeholt und begleitet und „übergeben“ – samt Laufzettel und Mappe. Als erstes kam ich zu einer allgemeine Befragung (ich vermute, das ist immer die erste richtige Station – danach ist die Reihenfolge eher willkürlich – welche Untersuchung gerade frei und verfügbar ist). Nach allgemeinen Fragen und Zustimmung (wurde aufgezeichnet) kam ein Riechtest, Blutdruckmessen und Fragen nach dem Vorliegen von Krankheiten. Außerdem eine beidseitige Messung der Kraft der Hände.

Hier sind in Wort und Bild viele Untersuchungen genau erklärt:

http://nako.de/studienteilnehmer/das-untersuchungsprogramm/level-1/

und

http://nako.de/studienteilnehmer/das-untersuchungsprogramm/level-2/

Man bekommt ca. 14 Tage nach Abschluß der Untersuchung einen Ergebnisbrief (auch zum Blutbild), aber jede Untersuchung wird einem genau erklärt, Sinn und Zweck erläutert.

Besonders spannend – weil mir nicht bekannt – fand ich die Messung des Zuckerstoffwechsels (Blutzucker-Belastungstest) und der verzuckerten (glykosylierten) Endprodukte in der Haut.

Mir wurden z.B. die Ergebnisse im Kontext erläutert (wie ich z.B. die Kraft meiner Hände einzustufen habe). Ich durfte das Bild meines Auges sehen, konnte beim Ultraschall der Herzklappen selbst mit gucken, wie die sich bewegten.

Man wurde immer sofort nach einer Untersuchung an der Tür wieder in Empfang genommen und zur nächsten Untersuchung begleitet oder aber – wenn kein Raum frei war, vor den PC gesetzt, um am Touch Screen die Fragen weiter zu beantworten.

Man hatte aber jederzeit die Möglichkeit (und es wurde auch mehrfach nachgefragt!) eine Pause zu machen, es gab einen kleinen Pausenraum mit einem Snackbuffet (frische Brötchen, Brot, Kuchen, Wurst, Streichkäse, Marmelade, Kekse, Hanuta und Knobbers, Kaffee, Tee, Saft, Wasser, Zeitschriften – was sich mir da vielleicht gewünscht hätte, wäre ein bißchen Obst oder Joghurt gewesen).

Ich habe mich bereit erklärt, ein 24 Stunden EKG mitzunehmen – das wird dann per Freiumschlag zurückgeschickt. Außerdem werde ich nächste Woche ein Ganzkörper MRT bekommen. Und evtl. an der „Bestätigungsuntersuchung“ innerhalb eines Jahres teilnehmen (nur 600 von 20.000 Teilnehmern hier vor Ort – wird gemacht, um statistische Fehler zu vermeiden). Und dann eben wieder im 5-Jahres-Turnus…. alles erneut.

Mein Fazit (ohne jetzt auf jede einzelne Untersuchung einzugehen): Es war keine Minute langweilig. Ich hatte überhaupt keinen Leerlauf – ich habe keine 2 Seiten gelesen!

Jeder einzelne Mitarbeiter im Studienzentrum war sehr freundlich, super hilfsbereit und gab mir immer das Gefühl, daß man sich freut, daß ich mit meiner Bereitschaft zur Teilnahme zum Gelingen der Studie beitrage. (wirklich – ganz oft gabs nach der Untersuchung bei der Verabschiedung einen Handschlag und ein Danke!).

Ich wurde immer und jederzeit gründlich über alles aufgeklärt und mir wurde wiederholt erläutert, daß ich jederzeit etwas ablehnen kann – egal ob Antwort oder Untersuchung.

Alles war durchdacht – so wurde ich – als ich mich für eine Untersuchung bis auf die Unterwäsche entkleiden mußte – mit vorgewärmten Handtüchern zugedeckt – Füße nochmal extra.

Sinn und Zweck der Studie finde ich wichtig – auch daß es eine so groß und breit und regional übergreifend angelegte Studie ist. Falls von Euch jemand geladen wird – es ist eine tolle Möglichkeit, über den eigenen Zustand etwas zu erfahren. Und es wird sich vermutlich nie wieder ein Arzt so viel Zeit nehmen, Euch ohne Budget-Kostendruck so gründlich durchzuchecken. Ich kann nur zuraten, die Möglichkeit wahrzunehmen, wenn sie sich bietet.

 

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